| | Schon lange (seit dem Kauf des Geländes durch die Stadt Mannheim Ende April 2024) gab es keinen akuten Grund mehr von großen Neuigkeiten auf Stem zu berichten, bzw. man hielt uns von Informationen fern. Nun aber sind uns verschiedene Informationen zu Ohren gekommen, die durchaus eine nähere Betrachtung durch die BI-Stem wert sind.
Uns allen ist noch innerlich, dass der Gemeinderat beschlossen hatte, auf Stem eine kleine Feuerwache, gepaart mit ein wenig Sportgelände, zu etablieren. Dann passierte erstmal länger nichts. Zwischenzeitlich verschwand der Hundezwinger. Nun aber sind aber Entscheidungen in die Wege geleitet worden, die so zumindest in der Vergangenheit gegenüber den Bürgern nicht kommuniziert wurden. Die Feuerwehr plant dort keine kleine lokale Wache mehr, sondern ein großes Zentrum für die Berufsfeuerwehr, in das auch die Freiwillige Feuerwehr einziehen soll und eine Rettungswache. Dieses betrifft die ÖSTLICHE Seite zwischen der Wagenhalle und der Wohnbebauung von Suebenheim. Mit einer derartigen Nutzung kann die BI-Stem durchaus konform gehen.
Die Maßnahmen für Stem sind eingebunden in ein umfangreiches Konzept, dass eine Vielzahl von Feuerwachen in Mannheim betrifft und sie zukunftsfähig machen soll. Das Konzept ist langfristig auf ca. 12 Jahre ausgelegt und wird ca. 1/4 Milliarde Euro kosten.
Kann jetzt die BI-Stem zufrieden sein, weil sie ihr Ziel erreicht hat? Keine Wohnungen, kein Gewerbe, kein Sport auf Stem ... dafür eine brandneue Feuerwache von der jeder im Umfeld bei Notfällen nur profitieren kann?
Jein. Grundsätzlich positiv - und es gibt auch kaum etwas dagegen zu sagen - gilt: "Die strategische Neuausrichtung der Gefahrenabwehr und damit einhergehende bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung ist sicherzustellen." Klever ist es auch, die Neubauten der verschiedenen Wachen in sich wiederholender Modulbauweise zu gestalten.
Da die TSG jetzt wohl kein Interesse mehr an der Westseite von Stem hat, darf auch über alternative Nutzungen (z.B. Renaturierung, "Feuerwehr-Übungswiese", …) nachgedacht werden.
Aaaaber:
Für den gesamten WESTLICHEN Bereich hinter der Wagenhalle bis zum Holzweg plant man neuerdings ein sehr umfangreiches "Bevölkerungsschutzzentrum" (geschickte Namenswahl: In Wirklichkeit ist es ein Großlager für den Katastrophenschutz, überregionale Schulungsgebäude auch für auswärtige Feuerwehren und (Brand-)Übungsflächen und -Gebäude.) für 104,4 Mio. Euro!
In der Sitzung des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung vom 16.12.2025 ( https://buergerinfo.mannheim.de/buergerinfo/si0057.asp?__ksinr=10640 ) wurde das Konzept für Stem umfänglich vorgestellt ( anzusehen im auf Youtube: https://youtu.be/zsjlYzGU6xk (ab Min. 12:30 -19:15)).
Und so, wie jetzt geplant, die ganze Westseite mit (nicht ausweitbarem) Katastrophenschutzübungsgelände, Katastrophenmaterial-Lager, Schulungszentrum, etc. zuzubauen, sollte hinterfragt werden.
Wie auf dem Plan der Machbarkeitsstudie ( https://buergerinfo.mannheim.de/buergerinfo/getfile.asp?id=8228900&type=do ) Seite 2 und 3 zu sehen, wird damit nämlich GANZ Stem bis zum letzten cm zugebaut! Kaum mehr Natur, Grünflächen, und die Grünstreifen-Grundstückserweiterungen der Anwohner scheinen nicht mehr geplant zu sein.
Es mag zwar naheliegend sein, ein Lager, Schulungszentrum und Übungsflächen für die Feuerwehr in der Nähe einer Feuerwehrwache zu positionieren. Es wurde allerdings von den Planern der Feuerwehr festgestellt, dass dieses Zentrum nicht zwingend an eine Wache angebunden sein muss. Warum also nicht die Fläche dort hin verlegen, wo es genug Ausweichflächen, genug Platz für (Zit.:) „Katastrophenschutzübungen aller Blaulichtorganisationen“ und vernünftige Zufahrten gibt? Fernab von Anwohnern, die durch ständigen Übungslärm und Belästigungen (kein Rauch ohne Feuer) belastet werden? Da das Gelände auch an andere Organisationen und Feuerwehren vermietet werden soll ist (so die Erfahrungen an anderen derartigen Standorten) ist mit fast dauerndem Betrieb und Beeinträchtigungen zu rechnen.
• Daher sollte unabhängig geprüft werden, ob diese Überfrachtung des relativ kleinen westlichen Teils des Stem-Geländes mit dem Katastrophenschutzzentrum nicht zu einem Funktionsverlust der zugedachten Aufgaben führen muss und die Anwohner über Gebühr belastet.
Geplant sind: szenarienbasierte Ausbildung im Bereich Brand, technische Hilfeleistung, CBRN (chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren) und Zivil- bzw. Katastrophenschutz, Realbrandausbildung zur praxisbezogenen Aus- und Fortbildung der haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Ausbildungs- und Übungsmöglichkeiten für die im Katastrophenschutz der Stadt Mannheim engagierten Organisationen (THW, DRK, MHD, JUH, ASB, NFS, DLRG), auch für gemeinsame Übungen (z.B. MANV - Massenanfall von Verletzten)
Vorhaltung eines funktionsfähigen, gut ausgestatteten Katastrophenschutzlagers, das die Anforderungen eines modernen Logistikstandortes erfüllt, eine schnelle und sichere Materialausgabe ermöglicht sowie die Einlagerung größerer Mengen an Ausstattungen und Verbrauchsmaterialien (z.B. Schutzausrüstung, medizinisches Material, Einsatzmittel, Materialien zur zeitweisen Unterbringung und Beherbergung von Personen, etc.) gewährleistet
• Desweiteren ist auch zu hinterfragen, warum die Bebauung des Westteils (Katastrophenschutzzentrum) so exorbitant teuer (104,4 Mio. €) sein muss. Lagerflächen und Schulungsräume können es ja wohl nicht sein.
• Auch sollten die zusätzlich auf die Stadt Mannheim zukommenden Kosten ALLE ehrlich und offen von Anfang an mit kommuniziert werden (Holzweg-Ertüchtigung, Kanalisation, Lärmschutzmaßnahmen der Anwohner, Geländekaufpreiserhöhung des Stem Geländes, ökologische Folgen und -Ausgleichsmaßnahmen.)
Um es also nochmal klar und deutlich zu sagen:
1. Das Stem-Gelände ist (auch bei einer weniger dichten Katastrophenschutz-Bebauung) wohl kaum als großes, realitätsnahes und ggf. ausweitbares Übungsgelände für Katastrophenfälle geeignet.
Ganz sicher nicht bei den derzeitigen Platz- und Infrastrukturbedingungen auf Stem!
2. Ein überzogener finanzieller Rahmen (bei Teil 2b)
Neubau der klimaneutralen Hauptfeuerwache Heidelberg 2007: ca. 14 Mio €, Erweiterung 2025 3,1 Mio €
Neubau der Hauptfeuerwache Mannheim 2016: ca. 50 Mio €
Grobkostenrahmen für Stem:
Teil 2a (Feuerwache im Ostteil) 34,4 Mio €
Teil 2b (Katastrophenübungs- und Schulungszentrum + Lager (auf der Westseite von Stem)) 104,4 Mio. € (in 2 Bauabschnitten)
(Zit. S. 18) Aufgrund des komplexen Kaufvertrages des Stem-Geländes wird die Umsetzung dieses Vorhabens eine Neuberechnung des beim Erwerb des Objektes von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gewährten Zuschusses und ggfs. eine von der Stadt zu leistende Nachzahlung bis zu einer Höhe von 220.000 € verursachen.
"Zeitgemäß" ist auch, dass bei den Bewertungskriterien der Gewichtungsfaktor "Kosten und Wirtschaftlichkeit" (1,29) mit Abstand der kleinste Faktor ist (neben "Energieeffizienz und Nachhaltigkeit" 1,72). Faktor "Unterbringung und Aufenthaltsqualität für Einsatzkräfte": 9,48 !
3. Klimafolgenanpassung: negativ
Das Klimagutachten V621/2025 ANLAGE K ( https://buergerinfo.mannheim.de/buergerinfo/getfile.asp?id=8228898&type=do )ergibt bei der Prüfung der Klimafolgenanpassung: Klimarelevanz: Einschätzung der potentiellen Auswirkungen Klimafolgenanpassung: negativ
4. Über die massiven Lärmauswirkungen (Rauch?) bei regelmäßigen Katastrophenübungen auf dem Gelände wird bisher kein Wort verloren.
5. Über den Ausbau des Holzweges, bei dem sich keine 2 Blaulichtfahrzeuge begegnen dürfen, wird auch nichts gesagt.
Wir hoffen als BI-Stem, dass die Politik also nicht nur die Interessen der Feuerwehr im Blick hat, sondern auch frühzeitig die Bedenken der anwohnenden Bevölkerung berücksichtigt und die Finanzen im Blick behält.
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